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Ab Betriebsbeginn bis zum 01. März 1931 folgte die Bahnlinie der Bahnhofstrasse bis zur Place Centrale und benutzte dabei das Geleise der Trambahn von Martigny - Bourg. Hier zweigte die MC in einer engen Kurve nach rechts ab und bediente die Station Martigny - Ville ( in der Nähe der grossen Hotel von Martigny ) und befuhr die Rue des Hôtels, heute Rue Marc - Morand, verliess diese alsdann auf eigenem Bahnkörper, überquerte die Dranse und mündete auf der Höhe der Kantonsstrasse nach La Bâtiaz in die heutige Strecke ein.
Seit 1931 befindet sich der Ausgangspunkt der Strecke auf der Westseite des SBB - Bahnhofs Martigny ( an der Simplonlinie ) auf 470 Meter über Meer ( MüM ). Das Geleise läuft zuerst parallel zum SBB - Geleise Richtung Lausanne. Der Zug überquert die Dranse auf einer Metallbrücke von 25 m Länge kurz vor der Haltestelle La Bâtiaz.
Links in Fahrtrichtung kann man den schönen mittelalterlichen Turm von La Bâtiaz bestaunen. Ab der Haltestelle Les Fumeaux verläuft die Strecke auf eigenem Bahnkörper parallel zur Kantonsstrasse. Dabei fährt man an prächtigen Obstpflanzungen, zahlreichen Gärten und Feldern vorbei.
Nach einer geraden Strecke von ca 2 km erreicht man die Station von Vernayaz auf 461 MüM. Diese Station ist in technischer Hinsicht die wichtigste der ganzen Strecke, weil von hier der Betrieb ferngesteuert wird und und sich hier die Hauptwerkstätte für alle Reparatur-, Unterhalts- und Revisionsarbeiten am Rollmaterial befindet. Ein neuer Depotanbau wurde am 09. September 2000 eingeweiht. Er ist mit einer Fahrzeugwaschanlage und einer Unterflurdrehbank für die Radkranzbehandlung ausgestattet. Das Depot ist hauptsächlich für den Unterhalt der neuen MC/SNCF - Panoramazüge erbaut worden, aber auch für die Drehgestellrevisionen und Radkranzbehandlungen am Rollmaterial der MC, MO und anderer westschweizerischer Eisenbahnen.
Unmittelbar nach der Ausfahrt aus der Station Vernayaz beginnt die Steilrampe. Der Zug überquert zuerst den Trientfluss auf einer 25 m langen Metallbrücke, und gleich danach beginnt die Zahnstangenstrecke ( System Strub ).
Um die folgende Station Salvan zu erreichen muss der Zug einen Höhenunterschied von 473 m überwinden. Dies bedingt eine Streckensteigung von 200 0/00, zwei Kehren und einen Halbkreis - Kehrtunnel von 80 m Länge. Die Zahnstangenstrecke misst 2477 m.
Dieser eindrucksvolle und malerische Streckenabschnitt bietet einen unvergleichlichen Blick auf die Rhoneebene, wobei die Sicht von Fahrleitungsmasten ungestört bleibt, da der Abschnitt mit stromführender dritter Schiene ausgerüstet ist. Nachdem man die Ausweichstelle von La Planaz mit 35 o/oo passiert hat, verlässt der Zug die Zahnstange bei der Oertlichkeit mit Namen Le Pontet. Hier gab es früher ein Abstellgeleise mit einem kleinen Schuppen und ein Geleise zum Abfangen entlaufener Fahrzeuge ohne Zahnrad.
Nach dem einzigen Zahnstangenabschnitt folgt die Adhäsionsstrecke mit 70 o/oo ( wie bei der Berninabahn ). Nach der Station von Salvan auf 934 MüM steigt der Zug durch einen Abhang und bietet dem Reisenden eine unvergleichliche Luftbildaufnahme vom Dorf. Kurz vor der nächsten Station durchfährt der Zug eine S -Kurve, um weiter Höhe zu gewinnen, und erreicht nach einem Tunnel die Station von Les Marécottes (1032 MüM).
Dieser Ort ist wegen seines alpinen Zoos, seines natürlichen Schwimmbassins und wegen seiner Skisportmöglichkeiten bekannt. Im Winter führt ein Bus der Gesellschaft die Skifahrer im Pendelbetrieb an die Gondelbahn von La Creusaz heran.
Nach Les Marécottes wird der Streckenverlauf ab der Haltestelle La Médettaz einfacher. Man sieht die schönen kleinen Häuser, die für das nächste Dorf typisch sind. Plötzlich verschwindet der Zug in einer Kurve im Tunnel und überquert auf einem Steinviadukt
( das höchste der Strecke, ca 43 m, mit zentraler Bogenöffnung ) den Triègebach und erreicht endlich die Station Le Trétien auf 1062 MüM. Die Station liegt oberhalb des Dorfes und beherrscht die Dächer dieser schmucken ländlichen Wohnstätten.
Zur Information: zwischen Salvan und Le Trétien ist die Strecke mit Oberleitung ausgerüstet.
Am Ausgang der Station nehmen die Steigung von 70 0/00 und stromführende dritte Schiene ihre Fortsetzung, und der Zug durchfährt zahlreiche Lawinengalerien. Nach dem längsten Tunnel der Strecke ( Tunnel von Lachat, 579 m lang ) fährt der Zug über dem Abgrund entlang. Man muss sich nach dieser Tunnelausfahrt unbedingt auf der linken Seite in Fahrtrichtung befinden, denn der Zug erreicht eine senkrechte Wand von 400 m, und wenn Sie schwindelfrei sind, werden Sie zuunterst in der Talsohle den Fluss erblicken.
Noch einige Galerien zum Schutz vor Steinschlag und man erreicht Finhaut, die höchstgelegene Station der Strecke auf 1228 MüM, eine schöne kleine Station am Fusse des Dorfes. Man hat eine prächtige Aussicht auf den Mont - Blanc und den Trientgletscher. Das Dorf liegt an ausgesprochen sonniger Lage mit Blick auf die gegenüberliegenden Aiguilles Rouges, die sich schon auf französischem Boden befinden.
Von hier führt eine Postautoverbindung zur berühmten, auf 1930 MüM gelegenen Staumauer von Emosson gegenüber dem Mont-Blanc-Massiv.
Nach Finhaut fährt der Zug auf einer 70 o/oo - Rampe abwärts und überquert das prächtige, mit Fahrleitung ausgerüstete Viadukt Les Torrents ( Viadukt in einer Kurve mit 60 m Radius, Gefälle von 70 0/00, Mittelbogen von 35 m Oeffnung ).
Hinter dem SBB - Kraftwerk in Le Châtelard VS befindet sich die steilste Standseilbahn der Welt mit einer Steigung von 870 o/oo ( !!! ). Danach folgt eine Panorama - Kleinbahn der Spurweite 60 cm. Schliesslich erreicht man mit einer letzten kleinen Standseilbahn ebenfalls die Staumauer von Emosson. Diese Transportmittel werden von einer privaten Familiengesellschaft betrieben.
Auf der MC - Strecke überquert der Zug noch das aus sechs Bogen bestehende Viadukt La Scierie und erreicht die Station Le Châtelard - Grenze , 1116 MüM. Diese Station ist reichlich ausgestattet mit drei Geleisen, einem Rampengeleise samt Güterschuppen und einer Remise mit zwei Geleisen für das Rollmaterial. Früher waren sogar eine Bahnhofwirtschaft und ein Lokal für den Zoll und die Polizei vorhanden.
Ausgangs Station geht die Strecke mit einer Steigung von 70 0/00 in Richtung Frankreich weiter. Sie wird von der SNCF betrieben. Der Bahnkörper gleicht jenem der MC: Spurweite 1 m mit stromführender dritter Schiene. Geschichtliches: seit der Eröffnung der Bahnlinie befuhr die MC die Strecke bis zur französischen Station Vallorcine. Die Bahnlinie gehörte der Bahngesellschaft PLM ( Paris -Lyon - Méditerranée ); hernach wurden SNCF und MC mit dem Bahnbetrieb betraut. Bis 1996 fuhren die MC - Züge täglich bis Vallorcine, das so zur Grenzstation geworden war!
Seit der Ablieferung der französisch - schweizerischen Panoramazüge im Jahr 1997 müssen die Reisenden an der Grenze nicht mehr umsteigen; die Züge verkehren direkt bis Chamonix und St. Gervais.
Einzig das Fahrpersonal wird an der Grenze ausgewechselt. Immerhin gibt es noch MC - Lokalzüge, die in Le Châtelard enden und gegengleich auf französischer Seite, weil die fünf Panoramazüge nicht den ganzen Verkehr zu bewältigen vermögen. Die Lokalzüge werden mit Rollmaterial der Jahre 1960 gefahren, dürfen aber nicht auf beiden Netzen verkehren.
Für die MC ist ein beschränkter Betrieb bis Chamonix zulässig, sofern die Sicherheitssysteme und das Funkbetriebssystem der SNCF an Bord vorhanden sind.
Es gibt ferner 6 Brückenkonstruktionen und 5 Steinviadukte. Zwischen den Jahren 1936 und 1981 sind 16 Galerien zum Schutz der Strecke vor Lawinen und Steinschlägen errichtet worden. Zu erwähnen bleibt noch, dass die MC bis 1931 nur in der warmen Jahreszeit verkehrte, nämlich von Mai bis Oktober.
Die Streckeneröffnung fand am 18. August 1906 statt. Der regelmässige Betrieb wurde am 20. August 1906 aufgenommen.
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